8. Tag (Mittwoch, 11.05.05): Theben-West

(zurück zur Ägypten-Übersicht)

Heute begann der Tag wieder vor sieben ... gähn. Auf dem Programm stand für heute Theben-West, also die andere Nil-Seite von Luxor.

Dazu wurden wir als erstes mit einem kleinen Bötchen über den Nil geschippert. Drüber ging es in den Bus und zu unserem ersten Halt: Die Memnon-Kolosse. Im Bus war Magdy so lieb extra für mich einige Strophe aus der Sonnenhymne von Echnaton vorzulesen. Die Memnon-Kolosse sind zwei ca. 18m hohe Sitzstatuen die Amenophis III (der Vater Echnatons) darstellen. Es sind die einzigen Reste, die von seinem Totemtempel übrig geblieben sind. Schön an der linken Statue zu sehen ist, die kleine Figur an den Beinen: Teje (seine Gemahlin).

Nach diesem kurzen Stop ging die Fahrt weiter zum nächsten Höhepunkt: der Hatschepsut-Totemtempel. Ein unglaublich beeindruckendes Bauwerk, das direkt in das Bergmassiv geschlagen wurde. Hatschepsut war die Tante – und dann auch Gemahlin – von Tutmosis III. Erst vertrieb sie den noch jungen Tutmosis III kurz nach der Hochzeit um alleine zu regieren. Dann kam er einige Jahre später wieder und brachte seine Tante um. Zusätzlich versuchte er auf allen Bauwerken und Skulpturen ihren Namen zu eliminieren.

Der auf drei Terrassen angelegte Tempel wurde vom Baumeister Senemut erschaffen. Sein Name ist im Tempel zu sehen (sehr ungewöhnlich) und auf Reliefs sieht man ihn häufig mit einer Tochter von Hatschepsut auf dem Schoss. Es wird gemutmaßt, dass er mit Hatschepsut verheiratet war.

Anschließend haben wir eine kleine Albaster-Fabrik besucht. Dort gab es unzählige handgemachte Figuren und Vasen aus Albaster und anderen Materialien. Ich habe mir dort eine kleine Albaster-Vase mit rosa-braunem Schimmer gekauft (mit einem Teelicht drin gibt sie ein wunderschönes Licht). Und weiter ging es zum letzten Höhepunkt unseres Ausfluges: in das berühmt, berüchtigte Tal der Könige.

Es war mittlerweile schon verdammt heiß, was uns aber nicht davon abhielt drei Gräber auf zusuchen. Das erste Grab war das von Ramses I gleich am Café. Es war ein sehr steil an gelegtes Grab. Je tiefer man kam, umso wärmer und stickiger wurde es. Es war ein schönes Grab, aber nicht das Schönste oder Eindruckvollste. Zum nächsten Grab war eher der Weg das Ziel. Wir mussten einen kleinen Berg rauf und dann ging es ziemlich eng und tief runter (Kopf einziehen!) und dann waren wir im Grab von Tutmosis III. In diesem Grab waren noch alle Malereien sehr gut erhalten. Nur leider waren sie nicht so eindrucksvoll, sie sahen eher aus wie Strichmännchen. Das letzte Grab war das von Tausret (die Gattin von Sethos I). Es war für mich das Beeindruckenste. Es bestand aus mehreren Gängen und einige Sälen, die mit Säulen eingefasst waren. Zusätzlich waren fast alle Wände mit wunderschönen Malereien verziert. Es war wirklich wunderschön. Danach ging es auch schon wieder zum Schiff.

Abends stand eigentlich noch Karnak bei Nacht (Ton- und Lichtshow) auf dem Programm. Es ist sehr lohnenswert, aber ich habe mich dagegen entschieden. Da ich Karnak am nächsten Tag Besichtigen würde und ich ziemlich kaputt war und auch keinen „Kitsch“ mag, habe ich lieber den Abend an Bord verbracht. Wir haben es uns beiden auf dem Deck schön gemütlich gemacht. Nach dem Abendessen gab es schon heute die Abschiedstorte, da die ersten Passagiere schon am nächsten Morgen das Schiff verließen.

zurück zum 7. Tag

zurück zur Ägypten-Übersicht

weiter zum 9. Tag



nach oben