3. Tag (Freitag, 06.05.05): Luxor - Einschiffung

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Ein neuer, schöner Tag, der diesmal vor sechs Uhr durch einen Weckruf begann. Nach einem kleinen, nicht besonders vielfältigen Frühstück (lag wohl an der Uhrzeit), ging es auch schon in den Bus. Zuerst haben wir die restlichen Leute aus den anderen Hotels eingesammelt und sind dann bis Safaga gefahren. Dort war der Treffpunkt für alle Busse, die nach Luxor fahren, denn die Weiterfahrt ging im Konvoi. Die Fahrt war anfangs nicht so spektakulär, wir sahen überwiegend Wüste und Berge. Erst als wir in die Nähe des Nils kamen, wurde es Stück für Stück grüner und bewohnter. Wir fuhren die meiste Zeit an einem Seitearm des Nils entlang. Das was wir alles im Nil zu sehen bekamen, war nicht immer erfreulich (tote, aufgeblähte Esel etc.), auch die große Armut und der Dreck verschreckten uns ein wenig.

In Luxor angekommen, wurde wir gleich auf unser Schiff gebracht: Die Grand Rose (von der Grand Cruise Linie). Als erstes wurden wir alle in der Bar empfangen. Wo Dir ein kleines Malheur mit dem Begrüßungscocktail passierte. Wow. Das ganze Schiff sah noch alles ziemlich neu und unglaublich beeindruckend aus. Alles mit sehr viel Mühe eingerichtet. Auch unsere Kabine (Nr. 307) war wunderschön. Es gab dort mehr Platz als wir vorher dachten (keine Etagenbetten!). Neben dem Doppelbett gab es noch einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen, einen Schreibtisch und Fenster, die bis zum Boden reichten. Und selbst das Badezimmer war verhältnismäßig groß und mit Badewanne. Nun konnten wir auch endlich unsere Koffer auspacken, was wir natürlich auch gleich als erstes taten. Endlich häuslich einrichten!

Dann war es auch schon Zeit zum Mittagessen. Im untersten Stockwerk befand sich das Restaurant. Dort angekommen, bekamen wir einen Tisch zugewiesen, den wir die ganze Fahrt über behalten würden. Aber wir saßen nicht alleine an diesem Tisch. Dem Himmel sein Dank, die Gräfin saß an einem anderen Tisch! Wir saßen zusammen mit 3 Pärchen: Mechthild und Roderich aus Leipzig, Rita und Ralf aus Hamburg (bzw. Lüneburger Heide) und Frau und Herr Schmidt aus Kassel. Mit de Tischwahl waren wir als zufrieden, denn unsere Tischnachbarn (vor allem Mechthild und Roderich) entpuppten sich als sehr sympathisch und humorvoll. Das Essen war – wie schon im Hotel – ausgezeichnet. Vorspeisen und Salate, Hauptspeisen – auch Einheimisches und superleckeren Nachtisch. Während wir noch aßen, legte schon das Schiff Richtung Assuan ab.

Nach einem kleinen Nachmittags-Schläfchen, kraxelten wir hoch auf’s Sonnendeck. Die Hitze (> 35°C) machte uns arg zu schaffen, aber im Schatten war es (jedenfalls nachmittags) auszuhalten, da ein kleiner, schöner Fahrtwind wehte. In Esna mussten wir etwas mehr Zeit verbringen, da die dortige Schleuse immer nur zwei Schiffe auf einmal durchlässt. Aber gegen Abend kamen wir in Edfu an.

Am Abend – vor dem Essen – wurden wir noch einmal herzlichst von unseren Reiseleitern begrüßt und über das kommende Programm aufgeklärt. Das Abendessen war diesmal nicht in Buffet-Form – sondern ein Candle light diner. Ich weiß nicht mehr wie viele Gänge. Salat, Vorspeise, Suppe, Sorbet, Hauptgang und Nachtisch mindestens. Kugelrund, aber glücklich, lagen wir abends in den Betten. Vorher überraschten uns aber noch unsere „Room Boys“ mit einem Schmetterling.
Die Landschaft, die an uns vorbei zog, war einfach atemberaubend. Alle paar Kilometer ergab sich ein völlig neues Bild, es wurde niemals langweilig. Wiesen, Äcker, Bäume, Palmen, Inselchen, Sand, Wüste, Berge alles immer im Wechsel. Unter den Gästen an Bord gab es zwei alleinstehende Männer, mit denen wir zwangsläufig öfter zu tun hatten. Da war als erstes „der Bayer“, er kam regelmäßig zu unserem Tisch und wollte mit uns plaudern. Manchmal war es etwas nervig, aber er war nicht aufdringlich. Seine Familie mag – im Gegensatz zu ihm – gar keine Kreuzfahrten.

 

Zum anderen war da „der Architekt“, er war sehr angenehm, sucht auch Kontakt und vor allem Ablenkung. Seine Frau war erst kürzlich gestorben – Sie hatten diese Reise gemeinsam gebucht.

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